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Die Bornemann-VerschwörungBeurlaubung
Der Verlauf der letzten Tage ist mit Fug und Recht als rasant zu bezeichnen. Noch Mitte vergangener Woche bekundete Geschäftsführer Frithjof Kraemer sein unbedingtes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit Andreas Bornemann. Wenige Tage und eine lustlose Darbietung der Mannschaft gegen Rot Weiß Ahlen später ist dieser trotzdem seinen Job los. Gerade einmal neunzig Minuten Arbeitsverweigerung lagen zwischen »in allen Bereichen überzeugend« und »auf Wiedersehen«. Genauer gesagt: neunzig Minuten Arbeitsverweigerung und ein virtueller Erdrutsch.
Vergangenen Donnerstag veröffentlichte der
Online-Mediendienst meedia.de die Oktober-Zugriffszahlen auf die Homepages
aller deutschen Profifußballvereine. Und auch in dieser Tabelle ist die
Alemannia in den Keller gesackt. Hatte im September die zehntägige Suche nach einem
neuen Trainer noch mächtig Besucher gezogen, war das Interesse an geschönten
Spielberichten, immergleichen »Stimmen zum Spiel« und Event-Ankündigungen zuletzt
massiv eingebrochen. Wie schön, dass sich da pünktlich zum Monatsende mit dem
Sportdirektor ein multimediales Bauernopfer gefunden hat.
Denn gestaltet sich die Suche nach dem Bornemann-Nachfolger ähnlich unterhaltsam wie die nach Peter Vollmann Michael Krüger, dürften Scharen von Schaulustigen in den nächsten Tagen der Alemannia die Online-Türe einrennen. Mit diesem Elendstourismus 2.0 wäre zumindest ein Abwärtstrend schon einmal gestoppt. Den drohenden Fall in die sportliche Drittklassigkeit bekommen die Schwarz-Gelben bestimmt auch demnächst in den Griff. Bis Mai ist es ja noch lang. Und man kann sich schließlich nicht um alles gleichzeitig kümmern.